
Letztes Wochenende war ich in Ruit, um meine C-Trainer-Lizenz zu verlängern. Auf dem Fortbildungsprogramm standen unterschiedliche praktische (z.B. Koshi nage bei Martin) und theoretische Themen – unter anderem ein Vortrag von Uli (Schümann) zum Thema Ki.
Wenn ich Uli richtig verstanden habe, dann war seine These, dass es sich bei Ki nicht um etwas Geheimnisvolles handelt, was sich irgendwo im All befindet und was wir „mit einem Kabel anzapfen können“. Ich glaube es ging ihm darum, das Thema des Ki zu entmystifizieren und somit auch etwas weg von Religion und Glaube zu führen. Mir wurde dabei bewusst, dass Ki etwas ist, worum ich mir bisher eher wenig Gedanken gemacht habe, obwohl ich ja sonst eher dazu neige, meinen Geist mit allen möglichen Gedankengängen zuzumüllen. Wie man in diesem Blog ja deutlich merkt… Uli hat da was angestoßen, und auch wenn ich nicht in allen Einzelheiten mit seinen Ideen übereinstimme, hat er mich doch prima zum Nachdenken gebracht und nach längerem Grübeln wurde mir klar, dass wir glaube ich doch in mehr Punkten einer Meinung sind, als ich erst dachte.
Ich schätze, dass es im Aikido wenige Dinge gibt, die so unterschiedlich interpretiert und benutzt werden, wie Ki. Manche sind der Meinung, in Ki würde zu viel hineininterpretiert, andere reden von Ki als wäre es etwas das Uke umhaut wenn man nur laut und kräftig genug ausatmet. Was ist meine eigene Interpretation von Ki?
Für mich persönlich besteht keinerlei Zweifel daran, dass es bei Ki um Energie geht. So weit so gut. Nur dass Energie eben oft als etwas Esoterisches betrachtet wird und somit immer gleich den Touch von Abgehobenheit und Einbildung hat. Warum eigentlich? In vielen Bereichen unseres Lebens und Alltags haben wir Energie bereits als etwas absolut Handfestes akzeptiert, was physikalischen Regeln folgt und nichts mit Glauben zu tun hat. Elektrizität, Mikrowellenherde und Mobiltelefone sind völlig normal. Vor 200 Jahren wäre es aber noch absolut undenkbar gewesen, dass man mit einem Menschen reden kann, der am anderen Ender der Welt weilt oder dass man Licht aus einem Kabel holen kann. Eine anschauliche Beschreibung von dem, was Energie – ganz physikalisch-wissenschaftlich ausgedrückt – ist, findet sich bei „BINE„:
Mit Energie gehen wir täglich um. Energie wird „erzeugt“, umgewandelt, transportiert, gespeichert und „verbraucht“. Ohne Energie geht in unserem Alltag nichts. Aber wissen wir so genau, was Energie eigentlich ist?Menschen nutzen Energie in vielfältiger Weise, für warme Wohnungen und helle Räume oder den Transport und die Produktion von Gütern. Jede Aktivität ist mit dem Umsatz von Energie verbunden. Die verschiedenen Erscheinungsformen von Energie sind uns daher aus dem Alltag wohl vertraut: Die Wärme des Feuers, das Licht der Sonne, die Bewegung des Windes. Dabei kann man „Energie“ selbst nicht sehen, hören, schmecken, riechen oder fühlen. Wenn wir einen Blitz sehen oder in der Sauna schwitzen, dann erleben wir Energie. Das, was hinter diesen verschiedenen Erscheinungsformen steckt, nennen wir Energie. Aber was ist nun Energie?
Wikipedia hat dazu folgendes zu sagen:
Energie ist nötig, um einen Körper zu beschleunigen oder um ihn entgegen einer Kraft zu bewegen, um eine Substanz zu erwärmen, um ein Gas zusammenzudrücken, um elektrischen Strom fließen zu lassen oder um elektromagnetische Wellen abzustrahlen. Pflanzen, Tiere und Menschen benötigen Energie, um leben zu können. Energie benötigt man auch für den Betrieb von Computersystemen, für Telekommunikation und für jegliche wirtschaftliche Produktion.
Energie kann in verschiedenen Energieformen vorkommen. Hierzu gehören beispielsweise potentielle Energie, kinetische Energie, chemische Energie oder thermische Energie. Energie lässt sich in verschiedene Energieformen umwandeln. Dabei kann die Gesamtenergie innerhalb eines abgeschlossenen Systems aufgrund der Energieerhaltung weder vermehrt noch vermindert werden. Weiterhin setzt der zweite Hauptsatz der Thermodynamik der Umwandelbarkeit prinzipielle Grenzen, insbesondere ist thermische Energie nur eingeschränkt in andere Energieformen umwandelbar und zwischen Systemen übertragbar.
Für die Physik ist „Energie“ einer ihrer zentralen Begriffe. Physikalisch betrachtet ist Energie die Fähigkeit, Arbeit zu verrichten. Wenn ein Auto durch einen Motor angetrieben wird, dann wird mechanische Arbeit verrichtet. Die Arbeit leistet ein Verbrennungsmotor. Im Zylinder wird ein Benzin- Luftgemisch verbrannt. Die dabei entstehenden Abgase haben ein größeres Volumen. Der Druck steigt und kann in Bewegungsenergie umgesetzt werden. Chemische Energie wird in Bewegungsenergie umgewandelt.